Agile

Professional Scrum Master Zertifizierung bei Scrum.org (PSM II)

Ende 2017 habe ich mit 94% erfolgreich die PSM II Prüfung abgelegt. PSM II arbeitet mit ausführlicheren Fragen, es wird wesentlich konkreter und zielt auf das "echte Leben" mit aus der Praxis bekannten Szenarien ab.

Für Agile Coaches ist es ein logischer Schritt, nach PSM I und PSPO I auch die nächste Scrum Master Stufe anzugehen. Anders als bei PSM I zielt PSM II wirklich auf die Rolle des Scrum Masters ab. Die Fragen sind meist Case Studies – also etwas ausführlichere Szenarien – in denen der Scrum Master das gesamte Team, den Product Owner oder auch Stakeholder mit richtigen Verhaltensweisen, Lösungen oder Aktionen coachen soll. Hier wird wie gewohnt aus vorgegebenen Antwortmöglichkeiten ausgewählt, diese sind jedoch textlich deutlich länger – ebenso wie die Fragestellungen. Dafür hat man mehr Zeit und es sind auch nur 30 Fragen, was aus meiner Sicht allerdings icht unbedingt ein Vorteil ist, denn wenn man ein paar schwierige Fragen erwischt ist die Quote schneller kaputt…

Fakten zur PSM II Prüfung:

  • Online-Test mit 30 Multiple-Choice-Fragen
  • Kosten: 250 US$ – pro Versuch
  • Ab 85% korrekter Antworten ist die Prüfung bestanden
  • 90 Minuten Zeit
  • Nur auf Englisch verfügbar
  • Bei Bestellung & Bezahlung erhält man sein Passwort (ggf. einen Tag später) – dieses ist zeitlich unbegrenzt gültig, jedoch nur für einen Versuch

Tipps zur Vorbereitung:

  1. Unbedingt den Scrum Guide erneut gründlich lesen, auch wenn man ihn schon kennt.Der Scrum Guide wird alle paar Jahre aktualisiert, eine Änderungshistorie findet man hier. Empfehlendswerte Diskussionen zum Scrum Guide sind hier zu finden. 
  2. Das Agile Manifesto setze ich ebenfalls voraus.
  3. Skalierung von Scrum ist ein Thema, dher gehört der Nexus Guide ebenfalls zu den Must-reads.
  4. Mir hat "Coaching Agile Teams" von Lyssa Adkins sehr bei einem erweitereten Verständnis der Agile Coaching Rolle geholfen.
  5. Auch ist es hilfreich die Denkweise von Ken Schwaber zu verstehen. Ein Blick in seinen Blog schadet nicht.
  6. Den Unterschied zwischen Feature- und Komponenten-Teams sollte man zudem ebenfalls kennen.
  7. Wie man in einem agilen Umfeld mit Budgetfragen umgeht, erfährt man unter anderem in diesem Video.
  8. Kennt man all diese Inhalte gut, kann man sich an die drei Open Assessments wagen – Scrum Open, Product Onwer Open und Nexus Open. Hier bekommt man einen Eindruck von der Art der Fragen, der Pool der Testfragen ist jedoch begrenzt und die Fragen im Vergleich zur richtigen Prüfung eher leicht. 

Bei der Prüfung können euch folgende Punkte helfen:

  • Lest die Fragen immer ganz genau. Wie viele Antworten werden erwartet? Manchmal sind es mehrere – wenn man nur eine korrekte Option anklickt, ist die ganze Frage falsch beantwortet!
  • Während der Prüfung könnt ihr Fragen markieren (bookmark), die ihr hinterher noch einmal überprüfen wollt. Man kommt aber trotzdem zu allen Fragen zurück.
  • Ich empfehle daher, zunächst alle Fragen möglichst zügig nach besten Wissen zu beantworten, damit man mit dem Zeit-Limit hinten heraus keine Probleme bekommt.
  • Googlen kann man immer, hilft jedoch nicht unbedingt weiter und kostet viel viel Zeit. Das bitte wenn überhaupt erst am Ende bei einem erneuten Durchgehen der Fragen nutzen.
  • Legt euch einen Spickzettel daneben, mit den Events & ihren Timeboxes, den Rollen, Artefakten und Säulen und natürlich den Scrum Werten.

Was man sich zu Scrum merken sollte:

  • Scrum ist ein Framework – nicht mehr aber auch nicht weniger. Die wenigen "Regeln" sind alle einzuhalten.
  • Scrum wird in unsicheren / komplexen Umfeldern eingesetzt.
  • Durch Scrum sollen Kreativität, Innovation und Produktivität gefördert werden.
  • Das Scrum Team besteht aus Product Owner, Scrum Master und dem Development Team.
  • Der Product Owner ist ein value optimizer.
  • Die Definition of Done ist eine Guideline für das gesamte Scrum Team, das Development Team hat den Hut dafür auf.
  • Das Sprint Goal wird vom gesamten Scrum Team gemeinsam gesetzt, es zwischen Product Owner und Development Team verhandelbar

Was die Rolle des Scrum Master ausmacht:

  • Als Scrum Master seid ihr Agile Coaches. Als Coaches gebt ihr Lösungen nicht vor, sondern ihr helft dem Scrum Team und seinem Umfeld dabei, selbst die richtigen Lösungen zu finden! Nur Hilfe zur Selbsthilfe fördert self-organization. 
  • Das Team ist gemeinsam für den Erfolg seiner Arbeit verantwortlich. Daher steht collaboration im Vordergrund – keine Alleingänge. Die Scrum Werte sollten sich in allen Handlungen wiederspiegeln!
  • Scrum ist nicht gleichbedeutend mit schnelleren Ergebnissen. Im Vordergrund stehen iteratives Arbeiten, die Verbesserung der Qualität, ein funktionierendes Produkt und die Maximierung des values sowie eine nachhaltige, effiziente Arbeitsweise, bei der menschliche Bedürfnisse nicht vergessen werden. Als Scrum Master schützt ihr das Team vor äußeren Einflüssen und helft ihm, den Fokus zu bewahren.
  • Ihr sorgt dafür, dass die Rollen und Events vom Team verstanden und richtig gelebt werden. Die wenigen Rahmenbedingungen sind nicht verhandelbar!

Dann kann es ja losgehen!

Viel Glück!

Wer PSM I oder PSPO I ablegen möchte, kann sich hierfür weitere Tipps ansehen.       
Bei Fragen bezüglich der Zertifizierungstelle (Scrum.org vs. Scrum Alliance) bekommt man hier weitere Infos.

  

Stefanie Götten

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